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Logopädie für Kinder

Logopädie-Praxis in Ludwigslust und Pampow

Unser Logopädieteam bietet individuelle Therapien für Kinder und Erwachsene mit verschiedenen Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen an. Unsere Leistungen umfassen:

 

  • Sprachtherapie zur Verbesserung der Sprachentwicklung und -verarbeitung
  • Stimmtherapie zur Behandlung von Stimmstörungen wie Heiserkeit oder funktionellen Stimmstörungen

Störungsbilder der Logopädie

Störungen der Stimme

die folgenden Störungen können sowohl Kinder als auch Erwachsene betreffen:

ST1 – organische Störungen

Organische Stimmstörungen sind zum Beispiel durch Stimmlippenlähmungen nach Operationen im Kopf-Hals-Bereich oder Intubationen gekennzeichnet. Es können auch Kehlkopffehlbildungen oder eine Kehlkopfentfernung (Laryngektomie) Ursachen sein. Die stimmliche Belastbarkeit, der Stimmklang, aber auch die Atmung können betroffen sein.

ST2 – funktionelle Störungen

Unter funktionellen Störungen versteht man Stimmprobleme, die durch ein Fehlverhalten während des Sprechvorganges verursacht werden können. Dies führt zu einem eingeschränkten Stimmklang, einer eingeschränkten stimmlichen Belastbarkeit oder auch Missempfindungen. Innerhalb der Therapie werden verschiedene Bereiche trainiert z.B. die Atmung, die Körperspannung und die Phonation.

ST3 – psychogene Aphonie

Ärzte sprechen von einer psychogenen Aphonie, wenn ein plötzlicher Stimmverlust bei noch vorhandenem tonhaften Husten oder Weinen auftritt. Die Stimmlippen sind dabei voll funktionsfähig, aber aufgrund einer plötzlichen psychischen Belastung für den Betroffenen nicht mehr „von Nutzen“. In der logopädischen Therapie gibt es spezielle Verfahren, welche meist sehr schnell Verbesserungen erreichen.

ST4 – psychogene Dysphonie

Bei einer psychogenen Dysphonie tritt eine Schädigung der Stimme mit langsam progredienter Heiserkeit mit tonalem Husten/Räuspern auf. Die Therapieinhalte ähneln denen der funktionellen Dysphonie, wobei die Ursachen mit fokussiert werden müssen.

Störungen der Sprache und des Sprechens

SP1- Störungen der Sprache vor Abschluss der Sprachentwicklung

Sprachentwicklungsverzögerungen (SEV) oder Sprachentwicklungsstörungen (SES) kennzeichnen sich durch Störungen auf den verschiedenen sprachlichen Ebenen. Beispielsweise ein verminderten Wortschatz. Dabei können alle Wortarten betroffen sein. Häufig ist der Sprachbeginn verzögert („Late Talker“). Auch die Grammatik ist im Bereich der SES meist betroffen.
Eltern haben sich meist „eingehört“ und verstehen ihre Kinder mit wenigen Worten, oder können auch Gesten und Laute zur Verständigung deuten. Dass das Sprachverständnis häufig mitbetroffen ist, fällt häufig nur bei umfassender logopädischer Beratung auf.

SP2 – Störungen der auditiven Wahrnehmung

Bei Kindern im Vorschulalter zeigen sich mitunter auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (AVWS). Das „normale“ periphere Hören, welches beim Kinder- oder Hals-Nasen-Ohrenarzt getestet wurde ist zwar intakt, aber die Hör-Reiz-Weiterleitung an das Gehirn ist erschwert, sodass es dem Kind beispielsweise schwer fällt, Stimmen vom Hintergrundlärm zu unterscheiden. Die auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsleistungen sind in verschiedene Teilbereiche untergliedert, welche unterschiedlich stark betroffen sein können.
Mit dem Schuleintritt können dann diese auditiven Defizite auch zu Problemen im Erlernen der Schriftsprache kommen, da häufig eine Verknüpfung einer Lese-Rechtschreibstörung (LRS) und einer auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (AVWS) vorliegt. Bei einer Lese-Rechtschreibstörung (LRS) liegt meist eine Schwäche im Lesen und/oder Schreiben auf. Dabei können ebenfalls verschiedene Teilbereiche betroffen sein z.B. das Merken und Schreiben von Buchstaben, der Lesefluss oder das Verstehen des Textes. Ebenso gibt es Probleme im Bereich der Regelanwendung der Schriftsprache (z.B. Groß- und Kleinschreibung).

SP3 – Störungen der Artikulation, Dyslalie

Aussprachestörungen bzw. Lautfehlbildungen bedeuten, dass Kinder einen oder mehrere Laute oder Lautverbindungen nicht richtig bilden können, auslassen, ersetzen oder umstellen. Hierzu zählen zum Beispiel das Lispeln (Sigmatismus) oder die fehlende oder fehlerhafte Aussprache einzelner Laute (z.B. Tanne statt Kanne). Die genaue Unterscheidung zwischen fehlerhafter Ausführung bzw. fehlerhafter Verwendung erfolgt über die logopädische Diagnostik.

SP4 – Störungen des Sprechens/der Sprache bei hochgradiger Schwerhörigkeit oder Taubheit

Störungen der Sprache oder des Sprechens bei einer hochgradigen Schwerhörigkeit durch angeborene Fehlbildungen, Infektionen, Hörsturz oder auch die Versorgung mit Hörimplantaten z.B. Cochlea-Implant können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und so die Kommunikation für Betroffenen erschweren bzw. beinahe unmöglich machen. Ein gezieltes logopädisches Training kann die Artikulation, das Sprechtempo und andere Kommunikationsfaktoren verbessern.

SP5 – Störungen der Sprache nach Abschluss der Sprachentwicklung Aphasien und Dysphasien

Eine neurologisch bedingte Sprachstörung bezeichnet man als Aphasie. Sie kann durch einen Schlaganfall, Hirnblutungen, Hirntumore aber auch degenerative Krankheiten, wie Morbus Parkinson, ALS oder Demenzen hervorgerufen werden.
Die Auswirkungen einer Aphasie sind unterschiedlich und können einzelne, mehrere aber auch alle der sprachliche Modalitäten (Sprachverständnis, Sprachproduktion, Lesen, Schreiben) betreffen. Teilweise verständigen sich Betroffene einer Aphasie nur mit einzelnen Worten oder Gesten und das Gegenüber muss daraus die Bedeutung erschließen.

SP6 – Störungen der Sprechmotorik Dysarthrie/Sprechapraxie

Eine Dysarthrie ist eine neurologische Sprechstörung, bei der eine Schädigung der Hirnnerven vorliegt. Die Sprechweise, aber nicht der Sprachinhalt, ist beeinträchtigt. Die am Sprechen beteiligten Bereiche der Atmung, Artikulation, Stimme und Prosodie können bei einer Dysarthrie auf unterschiedliche Art und unterschiedlich stark betroffen sein.
Typische Symptome sind eine verwaschene oder stark abgehackte Aussprache, leises Sprechen sowie eine monotone Sprechweise oder einem veränderten Stimmklang.

Eine Sprechapraxie ist eine neurologische Sprechstörung, bei der die Planung und die Ausführung des Sprechvorganges betroffen sind. Dadurch haben Betroffene häufig ein starkes Störungsbewusstsein. Eine Sprechapraxie kann in Kombination sowohl mit einer Dysarthrie und/oder einer Aphasie auftreten. Typische Symptome sind artikulatorische Suchbewegungen vor dem Sprechen eines Lautes oder Wortes. Teilweise werden viele Versuche benötigt, um das Wort auszusprechen oder es gelingt gar nicht. Zeitweise ist sogar fehlerfreies Sprechen möglich, welches man als Insel störungsfreien Sprechens bezeichnet.

Störungen des Redeflusses

RE1 – Stottern

Beim Stottern verlieren Kinder oder Erwachsene für Momente die Kontrolle über ihr Sprechen. Meist beginnt stottern im Alter zwischen 2 bis 5 Jahren. Es äußert sich in Form von unfreiwilligen Wiederholungen (Ma-Ma-Mama), Verlängerungen von Lauten (Mmmmmama) und Blockierungen, bei denen die Sprechbewegung völlig „stecken bleibt“ ( —–Apfel). Zu den „Kernsymptomen“ entwickeln manche Begleitsymptome (z.B. Mitbewegung des Kopfes, Grimassieren). Diese sind so individuell wie der Mensch selbst. So können auch ein Flüstern, Umformulieren und Ersetzen schwieriger Wörter, Einschieben von „ähm“, Äußerungsabbrüche und/oder Vermeidung von Sprechsituationen auftreten.

RE2 – Poltern

Als Poltern bezeichnet man eine überhastete Sprechweise, bei der der Sprechrhythmus verloren geht, die Silbenstruktur verschwimmt, Laute oder ganze Silben verschluckt werden und die Artikulation verwaschen und unsauber klingt. Auch hier können unterschiedliche Ausprägungen bestehen.
Es kann sich nur um zeitlich begrenzte Abschnitte handeln, in denen der Sprechablauf gestört ist oder um eine durchgehend überhöhte Sprechgeschwindigkeit. Ursachen hierfür können vielfältig sein.

Störungen der Stimm- und Sprechfunktion

SF – Störungen der Stimm- und Sprechfunktion, Rhinophonie

Durch eine Insuffizienz des velopharyngealen Verschlusses kann eine Rhinophonie auftreten. Ursachen dafür können Gaumensegellähmungen, -defekte oder auch funktionell sein. Auch im Rahmen von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten treten Störungen u.a. in diesem Bereich auf. Für die logopädische Therapie ist die Ursache entscheidend, um auftretende Störungen des Stimmklangs, der Artikulation oder der Motorik zu behandeln.

Störungen des Schluckens

SC – Krankhafte Störungen des Schluckaktes/Dysphagie

Die Dysphagie ist eine Schluckstörung, bei der die Aufnahme, Zerkleinerung sowie der Transport von Nahrung, Speichel von der Mundhöhle in den Magen gestört ist.
Dysphagien können die unterschiedlichsten Ursachen haben. So wie neurologische, tumorbedingte, degenerative, genetische, neuromuskuläre Erkrankungen oder auch Operationen im Kopf-/Halsbereich. Typische Symptome dabei sind Probleme beim Kauen, ein brodelndes Atemgeräusch und Husten während der Mahlzeiten, bei bestimmten Konsistenzen oder auch unabhängig von Mahlzeiten. Auch ein ungewollter Gewichtsverlust oder wiederkehrende Fieberschübe/Lungenentzündungen können ein Hinweis auf eine Schluckstörung sein.

Ess- und Fütterstörungen

Schon beim ersten Saugen, egal ob Sie stillen oder die Flasche geben, aber auch bei der Umstellung auf feste Nahrung können Schwierigkeiten auftreten. Die Ursachen sind dabei so vielseitig wie die auftretenden Probleme. Dies kann zu Frust und Verzweiflung führen, sowohl beim Kind als auch bei den Eltern. Als Ursachen für die Trink- und/der Essprobleme kommen verschiedene Aspekte in Frage. So können anatomische Auffälligkeiten, organische Störungen oder Sensibilitätsstörungen auslösend sein. Aber auch Gewohnheiten, die sich das Kind oder die Eltern angewöhnt haben, oder Stress in der Esssituation können eine optimale Nahrungsaufnahme stören.

Zahnärztliche Verordnung von Heilmitteln

PZ – Störungen des Sprechens

Zahnärzte können die logopädische Therapie bei Störungen des Sprechens verordnen, wenn
Mund-, Kieferanomalien (z. B. bei offenem Biss, Sigmatismus interdentalis, Sigmatismus addentalis), Anomalien der Zahnstellung, Fehlbildung des Kiefers, fehlerhafter Lagebeziehung der Kiefer zueinander sowie Fehlfunktion/Größe der Zunge vorliegen oder Operationen durchgeführt wurden.

SCZ – Störungen des oralen Schluckakts

Störungen der oralen Phase sind durch Probleme beim Halten von Nahrung und Speichel im Mund, dem Kauen und dem Zungenvorstoß gekennzeichnet. Dies bedeutet, dass die Zunge beim Schlucken gegen die Zähne oder zwischen den Zähnen drückt (viszerales Schlucken). Dadurch kann es zu Zahnfehlstellungen kommen.

OFZ – orofaziale Funktionsstörungen

Bei einer myofunktionelle Störung oder orofazialen Dysfunktion ist der Muskeltonus im orofazialen Bereich nicht ausgewogen, das heißt zum Beispiel der Tonus ist im Bereich von Lippen, Wangen und/oder Zunge reduziert, sodass kein Mundschluss vorhanden ist, die Zunge am Mundboden liegt oder der Speichel aus dem Mund läuft. Ziel der logopädischen Therapie ist eine Funktionsverbesserung und somit Normalisierung des Muskelgleichgewichts.

Sonderfall Long-Covid

Im Heilmittelkatalog gibt es keinen speziellen Diagnoseschlüssel für die Long-Covid-Erkrankungen. Je nach Störungsbild wird dies einem der oben beschriebenen Diagnoseschlüsseln zugeordnet.
Zeigen sich nach einer COVID-19-Infektion Schwierigkeiten in den Bereichen Atmung, Stimme oder Schlucken, sollte dringend eine logopädische Therapie durchgeführt werden. Dabei werden individuell die betroffenen Bereiche analysiert und nach besonderen Kriterien behandelt.
Ziele können u.a. die Verringerung der Atemnot, verbesserte Mobilisation der Atemmuskulatur, Verbesserung des Stimmklangs und der stimmlichen Belastbarkeit oder auch Verbesserung des Schluckens sein.

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